Opinión detallada de lenin
lenin
München, Alemania93%
Es ist Sonntag, die Sonne lacht und wir sind wieder unterwegs. Diesmal hat es uns nach Freising verschlagen. Freising ist eine 1300 Jahre Kreisstadt in unmittelbarer Nähe des Flughafens München.
Der Domberg erhebt sich über die Altstadt, der Dom ist mit seinen beiden 56 Meter hohen Kirchtürmen weithin sichtbar. Man kann auf zwei Wegen auf den Domberg hinauf kommen, einmal über eine schmale Treppe etwas versteckt durch die Altstadt oder über eine breite Straße direkt auf den Berg. Jedenfalls braucht man doch etwas Luft zum Schnaufen bis man oben ist.
Die Geschichte des Domberges geht bis in die Bronzezeit zurück. Durch archäologische Funde wurde eine Besiedlung durch Menschen auf dem Berg nachgewiesen.
Um 715 soll die erste Marienkirche auf dem Berg gestanden haben. Um 739 errichtete Bonifatius die Kirche zur Bischofskirche und um 860 baute Bischof Anno einen dreischiffigen Dom.
1159 wurde der Dom durch einen Brand stark in Mitleidenschaft gezogen und später als romanische Basilika wieder errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde die hölzerne Flachdecke durch ein gotisches Gewölbe ersetzt.
Der Hochaltar wurde 1625 von Philipp Dirr geschaffen. Das Gemälde auf dem Hochaltar wurde von Peter Paul Rubens gemalt.
Zur 1000 Jahr Feier der Stadt Freising wurde die Kirche renoviert. Die Asam Brüder schafften es ein harmonisches Gesamtbild in der Kirche zu erzeugen indem sie die Wahl der Farben dem Hochaltargemälde anpassten.
Der Dom hat heute ein Geläut aus 11 Glocken. Sie wurden in verschiedenen Jahrhunderten gegossen, die letzte im Jahr 2007. Das Geläut ist einzigartig und findet sogar internationale Beachtung.
Was hat mich so fasziniert an diesem Dom?
Steht man im Innenhof des Doms sieht man eigentlich nur eine relativ unscheinbare Tür zur Domkirche. Zuerst kommt man in die Vorhalle. Von dort hat man schon einen ersten Blick auf die 78 m lange Innenkirche. Ungewöhnlich sind die Stufen. Eine Treppe führt hinunter in den Innenraum. Der Hochaltar ist dann wieder erhöht und ebenfalls über Treppen zu erreichen. Die Kirche ist fünfschiffig, das heißt auf jeder Seite befinden sich 2 Schiffe zum Hauptraum der Kirche. Dabei haben sich die beiden äußeren Schiffe im Laufe der Jahrhunderte zu Nebenkapellen entwickelt. Sie sind durch schmiedeeiserne vergoldete Ziergitter zu den inneren Schiffen abgetrennt.
Geht man in den Innenraum wird man mit viel Prunk und Reichtum empfangen. Wie im Barock und Rokoko üblich ist die gesamte Kirche mit unzähligen Gemälden, Skulpturen und Fresken versehen. Alles wirkt groß und mächtig.
Links und rechts neben dem Hochaltar befindet sich das Chorgestühl aus dem Jahr 1488, alles in dunklem Holz und reich verziert.
Steht man vor den Treppen des Hochaltars gehen links und rechts Treppen hinunter zur Krypta. Diese ist vierschiffig und wurde wohl schon um 1161 fertig gestellt.
In der Mitte der Krypta befindet sich die Bestiensäule aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist einzigartig in Deutschland. Außerdem ist in der Krypta der goldene Korbiniansschrein zu sehen der die Gebeine des Heiligen Korbinian enthält.
Ich bin nicht katholisch, auch nicht kirchlich erzogen worden. Aber Kirchen üben einen gewissen Reiz auf mich aus.
Beschäftigt man sich mit der Geschichte der Kirchen kann man sehr viel über das Leben in den vergangenen Jahrhunderten lernen und verstehen.
Jetzt zur Weihnachtszeit wird in der Domkirche eine Krippenausstellung gezeigt und es werden weihnachtliche Orgelkonzerte gegeben. Die Akustik in der Kirche ist durch die Großzügigkeit des Baus hervorragend.
Die Stadt Freising lädt außerdem mit einer sehr schönen Altstadt ein. Wer sich also mal in der Nähe von München befindet sollte auch mal einen Abstecher nach Freising unternehmen, es lohnt sich.
Freisinger Dom9